Christuskirche Oberbauerschaft
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Christuskirche Oberbauerschaft

Die Christuskirche in Oberbauerschaft wurde vor mehr als l00 Jahren erbaut und in den Anfangsjahren stets als »Kapelle« bezeichnet worden. Dies dürfte seinen Grund darin haben, dass bis zu jenen Jahren eine aus dem Jahre 1698 stammende Kapelle vorhanden war, vielleicht auch darin, dass Oberbauerschaft kirchlich zu Lübbecke gehört hatte und erst verhältnismäßig spät, nämlich am 1. Januar 1970, als Kirchengemeinde selbständig wurde.

Die Bezeichnung »Kapelle« hatte in Oberbauerschaft bereits eine sehr lange Tradition. Offenbar die gleichzeitige Nutzung für schulische Zwecke beziehungsweise das 1888 errichtete Schulgebäude gaben dem Königlichen Konsistorium in Münster Veranlassung, die Kirchengemeinde Lübbecke um Stellungnahme hinsichtlich der Bezeichnung »Kapelle« aufzufordern. Das geschah mit Verfügung vom 27. April 1889.

Das Lübbecker Presbyterium »beehrte sich gehorsamst« am 13. Mai 1889 zu berichten, dass es nach dem Sprachgebrauch in der hiesigen Gegend die Schule Oberbauerschaft als Kapelle bezeichnet habe, da in ihr auch ordnungsgemäßer Gottesdienst gehalten werde. Wörtlich heißt es: »So nennt man die Schulen in Tengern und Nettelstedt Kapellen und die dortigen Lehrer auch Kapellendiener«.

Mit Schreiben vom 7. April 1898 wurde in Vorbereitung des neuen Kirchenbaus vom Lübbecker Presbyterium nachstehender Auftrag erteilt: »Der Königliche Herr Kreisbaumeister Siebold in Bethel wird durch einen Beschluß des Presbyteriums ersucht und beauftragt, einen Bauplan und Kostenanschlag für eine in der Gemeinde Oberbauerschaft herzustellende Kapelle nach der ihm mitgeteilten Skizze der Königlichen Regierung zu Minden baldgefälligst anzufertigen.«

Das Grundstück für die neue Kirche stellte die Kommunalgemeinde Oberbauerschaft zur Verfügung, und zwar unentgeltlich. Die Kirche kostete 21.000 Mark. Je ein Drittel dieser Summe wurde von der Kirchengemeinde Lübbecke, von der politischen Gemeinde sowie über eine Kollekte aufgebracht. An der Kollektensumme beteiligten sich auch 21 Kirchengemeinden aus Westfalen, unter ihnen Bielefeld, Münster, Tecklenburg, Herford und Gelsenkirchen, mit zusammen rund 2 500 Mark.

1906 wurde beschlossen, auch ein Pfarrhaus zu bauen. Es konnte am 23. Dezember 1908 eingeweiht werden. Das Oberbauerschafter kirchliche Zentrum wurde 1967 durch ein Gemeindehaus und 1974 durch ein Kindergartengebäude vervollkommnet. 1993 wurde die Erweiterung des Gemeindehauses eingeweiht, drei Jahre später die des Kindergartens.

1901 fand ein regelmäßiger Gottesdienst in Oberbauerschaft noch nicht statt, jedoch wurde ein unbenutztes Klassenzimmer als Konfirmationsraum eingerichtet. Erst im Laufe des Jahres 1902 gab es regelmäßige Gottesdienste. Auf Anordnung des Konsistoriums fand die Konfirmation in der Christuskirche erstmals 1903 statt.

Schon 1901 beantragte Oberbauerschaft die Selbständigkeit als eigene Kirchengemeinde. Der Antrag wurde abgelehnt. Dafür wurde laut Protokoll vom 28. Februar 1901 folgendes beschlossen: »Es soll in der Oberbauerschafter Kirche alle vierzehn Tage ein Gottesdienst gehalten werden, und zwar durch den in Lübbecke angestellten Pfarrer oder durch dessen Hilfsprediger. Bei diesen Gottesdiensten soll monatlich einer am Vormittag und einer am Nachmittag abgehalten werden. Der Katechumenen- und Konfirmandenunterricht soll in Oberbauerschaft durch den Pfarrer oder Hilfsprediger ein- bis zweimal wöchentlich abgehalten werden.«

Bereits während der Synodalvisitation, die der damalige Präses D. Ernst Wilm vom 4. bis 14. November 1961 im Kirchenkreis Lübbecke durchführte, wurde dringend gefordert, den Gemeindebezirk Oberbauerschaft zu verselbständigen. Dies wurde u. a. wie folgt begründet: Das Gemeindeleben in Oberbauerschaft vollziehe sich völlig selbständig und unabhängig von der Kirchengemeinde Lübbecke.

Wenn der Gemeindebezirk Oberbauerschaft als Kirchengemeinde eine eigene Leitung durch ein selbständiges Presbyterium bekomme, werde eine bessere Planung, Beratung und Führung der Gemeinde erfolgen können. Die Zusammensetzung der Bevölkerung in Oberbauerschaft sei gegenüber der in Lübbecke so unterschiedlich, dass die dortige Gemeindearbeit in ganz anderer Weise angesetzt werde.

Der kirchenbehördliche Akt zur Verselbständigung der Kirchengemeinde Oberbauerschaft erging Ende 1969. Pastor Hermann Niederbremer (Lübbecke), Vorsitzender des bisherigen gemeinsamen Presbyteriums, verabschiedete im Silvestergottesdienst 1969 in der Christuskirche den Gemeindeteil Oberbauerschaft aus der Kirchengemeinde Lübbecke. Er überreichte an Pastor Zandereit ein neues Protokollbuch für die nun selbständige Kirchengemeinde und das neue Dienstsiegel. Pastor Zandereit gab das alte, annähernd 70 Jahre in Oberbauerschaft (seit Auspfarrung) benutzte Lübbecker Siegel in die Obhut von Pfarrer Niederbremer zurück.

Der alte Kirchweg, der von Oberbauerschaft über den Hilgenstuhl nach Lübbecke führte, erinnert noch heute an die einstige kirchliche Zugehörigkeit Oberbauerschafts zur Kirchengemeinde Lübbecke.

www.kirchengemeinde-oberbauerschaft.de


Anschrift

Christuskirche Oberbauerschaft
Bünder Straße 4
32609 Hüllhorst


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